Glauben? „Glaubst du das?“ fragte er. „Was meinst du?“ war die Gegenfrage: „etwas glauben oder jemandem glauben?“ Das ist nicht
das Gleiche. Heute sagte ich beim Morgenrot dass es wohl regnen werde. Und es
regnete den ganzen Tag nicht. Etwas glauben bezieht sich auf eine Sache
oder auf eine Aussage. Jemandem glauben bezieht sich auf
eine Person, auf ein Gegen-über. Etwas glauben kann dazu führen,
dass das Geglaubte schon bald überholt ist und neue Fakten folgen, z.B. in der Forschung. Jemandem
glauben heisst, diesem Gegenüber vertrauen. Ich vertraue dir. Ich vertraue mich
dir an. Das Ja beim Eheversprechen ist mit diesem Vertrauen verbunden. Nicht
umsonst wird dieses Ereignis „Trauung“ genannt. Glaube hat eine Beziehung zur Treue
- griechisch bedeutet ‚pistis’ sowohl Glaube wie auch Treue. Ähnlich ist es
beim Glauben an Gott: „Ich glaube“, d.h. „ich vertraue mich dir an.“ Die
Nachfolge von Jesus ist von diesem Vertrauen geprägt und von der Treue. Aber
wie ist es mit dem Unglauben? Es ist ähnlich wie mit Licht und Schatten - sie
sind oft nahe beisammen. Der Freidenker glaubt an etwas. Die Christen
vertrauen jemandem - Jesus Christus - und sagen: Ich glaube.
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