Dienstag, 7. Juli 2020

Kunst - der kleinen Schritte


Kunst - faszinierend! Da stehe ich vor der Bücherwand mit den Bild-Bänden berühmter Maler. Darunter Schallplatten und CD’s mit Werken grosser Meister. Ich liebe die Weite dieser Welt und die Vielfalt der Begabungen, das geniale Können. Entdeckt habe ich die Türen zu den Künsten in jungen Jahren in London. Da waren die Museen und die Galerien mit ihrer uner-messlichen Vielfalt - aber auch mit ihrer Stille, wie in der mehrmals besuchten Tate Gallery. Und da lockten die Festsäle und Kirchen mit Konzerten und Oratorien. Noch höre ich: I know that my Redeemer liveth - Ich weiss, dass mein Erlöser lebt! Unvergesslich. Und: Halleluja! Weitere Türen öffneten sich in der Schweiz, in Deutschland, in Warschau, Istanbul, Paris, Washington, Mexico-City, Lima... Ein Geschenk prägenden Reichtums. Dabei ein „Amateur“, ein Liebhaber und Liebender zu bleiben, auch mit Instrumenten, Pinsel und Buchstaben. Gestern stiess ich beim Saxophon spielen neben dem Lied: Wer nur den lieben Gott lässt walten auf Saint-Exupérys Bitte: Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte. Die Kunst, die grosse Kunst - der kleinen Schritte...

Donnerstag, 2. Juli 2020

Invalid - nicht unwert


Invalid? Meine Gattin, Margrit, ist seit rund drei Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Die „Ausweiskarte für Reisende mit einer Behinderung“ trägt ihr hübsches Passfoto. Wer käme da auf den Gedanken, dass dieses freundliche Gesicht zu einer schwer behinderten Person gehört. Zum Glück gibt es die „IV“, die „Invaliden“-Versicherung. Doch, was heisst „invalid“? Das Gegenteil von invalid ist „valid“, und valid hängt zusammen mit Valuta, mit Valeur, mit Wert. Soll denn „invalid“ wertlos bedeuten? Invalid = unwert...? Dieser naheliegende Schluss ist falsch. Eine Definition sagt: „Invalidität liegt vor, wenn die körperliche und/oder geistige Leistungsfähigkeit... durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt wird...“, Wikipedia. Die IV reicht noch weiter, sie erfasst neben Unfall auch krankheitsbedingte Behinderung. Hilfe für diese wertvollen Mitmenschen. „Frau Z. hat keine Hände, keine Unterarme und keine Beine... Es wurde ihr berichtet: ‚Der Pfarrer weigerte sich, mich (als Bebe) zu taufen’. Aber der Grossvater meinte: ‚Man kann dieses Kind jedenfalls umhertragen und lieb haben’“ (aus: Heilung und Gebet). Invalid oder valid - wertvoll? Auf jeden Fall: zum liebhaben.

Dienstag, 30. Juni 2020

Distanz - für immer?


Distanz - zunächst 2 Meter, jetzt noch 1 ½ m als Vorschrift. Das ist äusserlich gemessen. Seit der Ausbreitung der Corona-Epidemie üben wir dieses Distanz-halten, um Ansteckungen zu vermeiden. Wir? Wirklich alle? Schon steigen die Zahlen der Ansteckungen wieder. Erfolgten  die Locker-ungen unter dem Druck der Forschen zu früh? Folgt die zweite Welle? ... auch bei den Sterbenden? Und: Wie gross ist die emotionale Distanz im letzten halben Jahr geworden? Zwischen mir und...? Zwischen ihm und mir? Zwischen ihr und...? Rücksichtsvollen kann es schwer fallen, - wie gestern - die schon ausgestreckte Hand doch nicht zu geben, keine Umarmung zu schenken, nur winken oder „ellebögle“ und noch tiefer: Schuh an Schuh. Jemandem den Schuh geben, galt sonst als unfreundlich. Und un-freundlich hat offensichtlich damit zu tun, dass keine Freundschaft besteht. Distanz kommt von ‚distare’, abstehen, und das ist das Gegenteil von zusammen-stehen und zusammenhalten. Seit Wochen bin ich nicht mehr in der christlichen Gemeinde gewesen, zu der ich gehöre. Es fanden ja wegen dem Versammlungsverbot keine Gottesdienste statt. Nun überlege ich mir: Welchen Einfluss hat diese Zeit auf den Abstand, auf die Distanz und - auf die Freund-lichkeit...?

Donnerstag, 25. Juni 2020

Verdoppelt - ist es Wert?


Verdoppelt - Positiv oder negativ? Verdoppelt hat sich seit meiner Geburt die Wohnbevölkerung der Schweiz. Die „Statistik der Schweizer Städte 2020“ nennt für 2018 für die Schweiz die Zahl von 8'544’527 Einwohnern. 1932 waren es gut vier Millionen. Die Fläche der Schweiz hat sich in dieser Zeit nicht verdoppelt. Was wollen die neuen vier Millionen Mitbewohn-enden in der Schweiz? Gut leben? Studieren? Geschäfte machen? Bauen? Gesund bleiben oder gesund werden? Nach  dem Ausbruch der Corona-Epidemie hat sich die Zahl der Erkrankten in unserm Land mehrmals verdoppelt. Sie ist bis Ende März auf mehr als 15'000 gestiegen. Und in der Zeit vom 31. März bis zum 16. Juni 2020 hat sich die Zahl wieder verdoppelt - auf mehr als 31'000 Corona-Erkrankte. Viele sind wieder genesen. Aber mehr als 1900 Erkrankte sind an diesem Virus gestorben. Verdoppelt hat sich in kurzer Zeit die Trauer und die Hoffnung. Verdoppelt oder mindestens erhöht wurden Schulden und Kredite. Was wird noch werden? Viele verharrten in halb-freiwilligem Hausarrest, um nicht angesteckt zu werden oder in Quarantäne, um nicht andere anzustecken. Verdoppelt hat sich aber auch vielerorts die Nachbarschaftshilfe beim Nachfragen, beim Einkaufen und beim füreinander Dasein. Frage: Was wollen und was werden wir in der „neuen“ Zeit verdoppeln? Was ist es Wert...?

Montag, 25. Mai 2020

Gott - durch Jesus


Gott? - Zwei Erlebnisse: Heute war eine Muslima bei uns zu Besuch, und wir lasen Arabisch, der Sprache, die von Allah sagt. Und dann fuhr ich fort in meiner derzeitigen  Lektüre: „Wir kennen Gott nur durch Jesus Christus.“ Das notierte Blaise Pascal in seinen  hinterlassenen „Gedanken“. Ich zähle zu den genannten „Wir“. Und Sie...? 
Wie ich Gott kennenlernte? Ich hörte von Gott im Kreis der Familie. Dabei erging es mir ähnlich wie Job/Hiob, der feststellte: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört.“ Aber er betete, und ich lernte es auch. Nach und nach folgte das Lesen und Nachdenken über Gott und ich begegnete der Frage: „Gibt es nicht mehr als einen Gott?“ Die Antwort dazu: „Nein, es gibt nur einen, den allein wahren und lebendigen Gott.“ Dazu lehrte das Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an Gott, den Vater..., ich glaube an Jesus Christus..., ich glaube an den heiligen Geist...“ - ein dreifacher Bezug zu dem einen Gott. Job/Hiob ergänzte einst: „Nun aber hat mein Auge dich gesehen“ (42,5). Das geht über das Hörensagen hinaus. Ich habe Jesus Christus durch das Neue Testament der Bibel persönlich kennen gelernt, u.a. mit dem 1. Johannesbrief: „Gott ist Liebe.“ „Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt.“ „Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott“ (aus 1. Joh. 4). Ja, „wir kennen Gott nur durch Jesus Christus.“

Sonntag, 10. Mai 2020

Demut real?


Demut  wird gesucht. Was sagt dieses fremde Wort? und was nicht? Eine Pfarrfrau legte sich im Emmental für den Besuch der Frauengruppe jeweils eine „Schäube“ - eine Schürze - an, um demütig und dienstbereit zu erscheinen. Aber zwischen scheinen und sein liegen Welten. Demut kann nicht gemacht oder vorgeführt werden. Entweder hat jemand diese Gnade oder sie fehlt - verletzend. Demut, das lateinische ‚humilitas’, hat mit ‚humus’, dem Erdboden zu tun und das englische ‚humble’ mit Bescheidenheit. Das war nichts für ‚Ger-manen’; ihr ‚ger’ war Waffe. Mut zum Dienen kommt aus einer anderen Welt. „Demut weiss nimmer, dass sie demütig ist; denn wo sie es wüsste, so würde sie hochmütig...“, sagte Martin Luther. Demut kann zwischen hoch und tief unterscheiden ohne in Überheblichkeit zu geraten.
Die beste Platzierung für das Ich ist: „Icke jag utan gud i mig.“ Das sagte der dritte UN-Generalsekretär, der Schwede Dag Hammarskjöld: „Nicht ich, sondern Gott in mir.“ Sein Buch „Zeichen am Weg“ schenkte mir eine Gruppe Teenager. Da lese ich: „Demut heisst sich nicht vergleichen.“ Wo führt es hin „wenn es am Ende doch immer nur um euch und eure eigenen Interessen geht, dass ihr vielleicht sogar ein Star werden wollt...“? (volxbibel). Mutig ist die Sicht von Marie von Ebner-Eschenbach: „Demut ist Unverwundbarkeit.“ Einbildung, Begehrlichkeit und Stolz sind verwundbar. Wer erschüttert betet: „Gott, sei mir Sünder gnädig“, zählt zu den Demütigen. Die Demütigen sind zum Grössten berufen: für die andern da zu sein. Dieses Programm führt zum beglückenden Finden.

Dienstag, 5. Mai 2020

Toxisch - giftig


Toxisch. Dieses Wort habe ich nun zum erstem Mal in einem Brief verwendet. Es ist verbunden mit negativen Erlebnissen. Es wird mit „giftig“ übersetzt. Toxische Mitmenschen verbreiten ein tödliches Gift. Sie vergiften andere, ihre Umwelt und sich selbst. Sie verraten sich durch „lügen, manipulieren und kontrollieren“ schreibt Natalie Scheffler. Sie schädigen „permanent mit ihrem Verhalten, um ihre Wünsche durchzusetzen und ihr eigenes Selbstwertgefühl zu steigern. Sie verhalten sich unmoralisch und unsozial.“ Ihre Spezialität wird mit „Uneinsichtigkeit, Eifersucht und Missgunst“ bezeichnet und auch mit Erpressungen. „Den Standpunkt des andern versuchen zu verstehen oder ein klärendes Gespräch zu führen, das komme ihnen meistens gar nicht in den Sinn. Die Ursachen für toxisches Verhalten liegen zumeist in der Kindheit: Mangelnde Liebe...“ (leicht gekürzt). Wo die Liebe fehlt, fehlt auch die Einsicht und die Aussicht auf eine Änderung zum Guten. Gift kann tödlich wirken. Auch das Gift der Worte und des Verhaltens. Ein Beispiel (von WAITBUTWHY) zeigt, wie Einstellungen wirken können: Vier Personen stehen beieinander. Eine sagt zu den andern: ‚Ihr seid sicher in unserer Gruppe mit dabei!’ Die zweite antwortet: ‚Ich - auf jeden Fall.’ Da meldet sich die dritte und kontert: „Let’s destroy the lives of people who disagree with us!“ ‚Lasst uns das Leben derer zerstören, die nicht mit uns übereinstimmen!’ Die vierte scheint dem zuzustimmen.  - Toxisch, vergiftend - durch Worte und Verhalten - das Leben anderer zerstören und auch das eigene. Was ist da noch mitmenschlich oder christlich? 

Montag, 4. Mai 2020

Schön - du


Schön, dass... Dieser Satzanfang lässt sich vielfach weiterführen. Meine Frau erhielt eines Tages ein weisses Handtuch mit dem Aufdruck: „Schön, dass es dich gibt.“ Während etlicher Wochen hatten wir das weisse Tuch mit dem rot gedruckten Satz im Duschraum hängen. Nicht viele sahen es. Doch wer es sah freute sich. Letzten Samstag hängte ich das weisse Handtuch mit dem auffallend rot gedruckten Satz und den fünf roten Mohnblumen an eine Querstange im häufiger frequentierten Badzimmer. Die Frauen unserer Haus-Krankenpflege „Spitex“, die abwechselnd zu meiner Gattin kommen, betreten das Badzimmer jeden Tag. Spontan wurde der Satz registriert. „Habt ihr das für mich hingehängt?“ fragte am Sonntagmorgen strahlend die junge Krankenpflegerin. „Ja, und für alle“, war die Antwort. „Schön, dass es dich gibt.“ Schön, dass es Sie gibt. - Viele wissen nicht, wie gut es tut, sie zu sehen. Sie erfahren es erst, wenn wir es ihnen sagen. Uns regt der Satz an, es auch persönlich zu sagen: „Schön, dass es dich gibt.“

Samstag, 2. Mai 2020

Freundschaft töten?


Freunde. - Gestern kam mir ein Blatt in die Hände mit Worten, die ich im Anschluss an eine meiner Geburtstagsfeiern notierte: Freunde feiern die Freundschaft. Freunde sind ein grosses Geschenk. Freunde werden zu Quellen des Glücks für alle Zeiten des Lebens. Freunde finden Zeit für gute Gedanken, für herzliche Wünsche, für geduldiges Mitgehen, für liebevolles Verstehen, für Zeichen der Verbundenheit. Herzlichen Dank für alle Zeichen der Freund-schaft, für alle Freundschaft. - Und heute brachte die Post eine Todesanzeige. Mein Studienfreund ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Vor 66 Jahren lernten wir uns kennen. Wir teilten das Zimmer und die Studienzeit. Und wir blieben durch die Jahrzehnte auch trotz Landesgrenzen in Freundschaft verbunden. Freunde sind ein grosses Geschenk. Ich weiss: Freunde können sterben. Traurig, ja tragisch ist es, wenn eine Freundschaft stirbt und die einstigen Freunde getrennt weiterleben. Das Virus der in sich gezüchteten Selbstgenügsamkeit, der Schuldzuweisung und der Abwendung vermag eine einst gelebte Freundschaft zu töten. Freunde leben Vergebung und Entschuldigung, das wertvolle Gut: Leben.

Mittwoch, 29. April 2020

Freiheit hat Grenzen


Freiheit. - Seit mehr als einem Monat erleben wir als gesundheitlich Gefährdete die weltweite Krise im Haus-Arrest. Pandemie, die Epidemie, die nicht nur Asien und Pan-Europa erfasst; das Corona-Virus breitet sich auch in Nord- und Südamerika aus, in Afrika und Australien. Inzwischen sind an dieser Erkrankung weltweit mehr als 200'000 Mitmenschen gestorben. Finanziell werden Milliarden zur Begrenzung der Schäden eingesetzt. Nun erfolgten die von vielen ersehnten ersten Erleichterungen. Der Lock-Down der sozialen und wirtschaftlichen Bereiche wird sachte zurückgenommen. Vielleicht dürfen wir schon bald wieder das Haus verlassen, einkaufen, an einem Anlass oder an gottesdienstlichen Feiern teilnehmen.  

Eine neue Freiheit? Das ist zu hoffen. Aber nicht eine unverantwortliche. „Wer die Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave“, sagte der Universalgelehrte Aristoteles, 384-322 v. Chr. Ich meine nicht eine Rückkehr in die alten Spuren der Sklaverei der Gewohnheiten. Freiheit endet an den Grenzen der andern. Eine Chance ist es, neue Bereiche des Gemeinsamen zu erreichen. Aber: Jetzt  ist die Zeit der selbsternannten Richter. Sie sprechen das Urteil über verantwortungsvoll Handelnde. Sie verbreiten damit das krankmachende und tödlich wirkende Virus der Hybris, der Über-heblichkeit und des Egoismus zum Schaden der Nächsten und zur Katastrophe für das ganze ‚Haus der Erde’. Freiheit hat mehr mit Selbstkritik zu tun und mit der Freiheit der Andersdenkenden als mit Selbstbehauptung. Frei für...? Für das Wohl aller. Das heisst frei werden und frei bleiben.

Freitag, 10. April 2020


Ostern.  Karfreitag - mit dem Sterben von Jesus - und Ostern mit seiner Auferweckung und Auferstehung gehören zusammen. Das ist auch für das Jahr 2020 mit der grossen Pandemie wichtig. Tausende sind am Corona-Virus gestorben. Hunderttausende sind infiziert und werden es noch. Lock down, Quarantäne, Stillstand, Hausarrest, viel Leid - und Hoffnung auf eine Wende bestimmen die Gegenwart - und der immense Einsatz ungezählter für andere. Und wie wird die Zukunft sein?
Ich zitiere aus www.christliche-gebete.ch

Das Leben überlebt den Tod

Das Leben überlebt den Tod. Die Liebe bleibt;
und Knospen treibt die Hoffnung auch im Leid.

Der Glaube siegt trotz Schmerz und Not. Ein Ton erklingt,
die Tiefe singt und alles drängt empor.

Im Leben und im Tod ist Gott dir immer nah;
und er bleibt da - die Hoffnung alle Zeit.    Theophil Tobler

Donnerstag, 26. März 2020


Wissen ist alles, meinte mein Nachbar. „Wissen ist begrenzt“, notierte Albert Einstein. Wissen ist Macht - postuliert der Herrschsüchtige. Wissen - ist bald überholt, weiss der Forscher. Und was ist wichtiger als Wissen? „Fantasie ist wichtiger als Wissen“ ergänzte Einstein. Unter meinen Be-kannten gibt es einige, die sich trotzdem an der These orientieren: „Wissen ist alles.“ Andere wissen, dass keiner von uns alles weiss. Wichtiger und grösser als Wissen ist Liebe. Wir können die Liebe auch Glauben nennen. Und wir entdecken, dass Glaube und Liebe sich mit der Hoffnung zu einem starken Trio zusammenfügen. Allerdings bleibt für viele vage, was Hoffnung meint. Und der Glaube erscheint oft wie ein Puzzle, bei dem einzelne Teilchen fehlen. Das ist nicht tragisch, sagt der Glaubende, weil Glaube Vertrauen ist. Wir vertrauen doch einander, ohne alles zu wissen. Folglich kommt es darauf an, das Wesentliche zu wissen. Und dazu braucht es wie so oft im Leben - eine Entscheidung. Ich entscheide mich für... ...! Ja, wofür denn? Ich entscheide mich für Jesus Christus, weil ich ihm vertraue. Er hat sich ohnehin schon lange für mich entschieden, für Sie, für dich, für uns. Dieses Wissen heisst Glaubensgewissheit. Und Glaubensgewissheit macht dankbar.

Montag, 23. März 2020


Virus Corona heisst das neue Schlagwort, das rings um die Welt geht. Auch Covid-19 genannt, weil es offenbar bereits 2019 ausgebrochen ist. Ungeahnte Probleme folgen den vorausgegangenen Busch- und Regenwald-Bränden. Die Welt ist 2020 eine andere geworden. Wohl 100’000e werden vom neuen Virus befallen, ungezählte sind schon daran gestorben. Die Zahlen steigen. Die Spitäler kommen an ihre Grenzen. Notspitäler werden eingerichtet. Medizinstudenten und einstige Pflegepersonen sind zum Einsatz aufgeboten. Statt umarmen: zwei Meter Abstand halten. Über 65 Jahre alt: zu Hause bleiben. Betagte sterben, aber auch Junge sind betroffen. Geschäfte und Schulen sind geschlossen. Sportanlässe und Gottesdienste finden nicht mehr statt. Millionen haben Hausarrest, allein in Californien / USA sind es 60 Millionen. Heimtückisch: Die Krankheit bricht erst Tage nach der Infektion aus. Wer meint, gesund zu sein, ist unter Umständen bereits markiert. Viren zählen nicht zu den Lebewesen. Sie sind äusserst klein, haben weder ein Gehirn noch einen Verdauungsapparat. Sie sind auf Wirtszellen angewiesen um sich zu vermehren - und sie zu verheeren. Seit der grossen Grippe von 1918 sind rund 100 Jahre vergangen. Ebolo, Sars und weitere Namen sind in der Zwischenzeit bekannt geworden. Impfstoffe und Medikamente sind jeweils neu zu erfinden. Und was folgt in 20 oder 50 Jahren? Zusätzlich erschüttern Erdbeben, wie soeben in Zagreb, die Ordnung. Ordnung? Wir lernen neue Ordnungen kennen. Wir lernen neu leben und uns Gedanken zu machen aufs Sterben. Ich wünsche allen die Fähigkeit, sich mit dem Kommenden zu befassen und dafür bereit zu sein.

Samstag, 15. Februar 2020


Unfehlbar... Als ich viel jünger war als jetzt, hielt ich mich selbst für unfehlbar; aber ich danke Gott, dass ich mich jetzt besser kenne. Das stellte John Wesley für sich fest, der unermüdliche methodistische Pionier, 1703-91. Psychologische und moralische Methoden der Selbstbeobachtung und der Selbsteinschätzung waren „in“ - mit allen verknüpften Schwächen. Ein späterer Idealist sagte: „Jetzt habe ich schon mehrere Tage tadellos gelebt.“ Sein Kollege meinte: „Sagt das deine Frau auch von dir?“ Eine gute Frage! Ein Zeitgenosse schrieb: „Ich musste immer der Beste sein.“ Nun, Worte zeigen etwas vom Wesen: „... der Beste“ - „... tadellos“ - „... unfehlbar“, das zählt zu den höchsten Levels. Wer sich jedoch „besser“ kennen lernt, schätzt sich auch anders ein und verhält sich anders. Weit zurück reicht die Einsicht  der Dramatiker Sophokles und Euripides, gut 400 Jahre vor Christus; sie lässt sich in das Sprichwort zusammenfassen: „Errare humanum est“ - Irren ist menschlich. Cicero fügte hinzu: „... nur der Tor wird im Irrtum verharren“. Sich „besser“ kennen lernen ist ein lebenslanger Prozess. Wer es wagt, sein Leben ohne Scheuklappen anzusehen, entdeckt bisher verdeckte Seiten. Nicht immer angenehm, aber hilfreich - auch für die andern - und heilsam.

Montag, 10. Februar 2020


Grösse zeigt sich in der Versöhnlichkeit und nicht am Stand des Kontos; auch nicht nach einer  Millionen-Abgangsentschädigung. „Je grösser ein Mensch ist, um so versöhnlicher ist er“, sagte der römische Dichter Ovid, der zur Zeit von Jesus lebte, 43 v. Chr. - 18 n. Chr. Unversöhnlichkeit ist ein Mangel an Charakter. Wer unversöhnlich ist, ist nicht frei, ist verstrickt mit Vergangenem - auch wenn so getan wird, „als ob“ alles in Ordnung sei. Verzeihen ist der erste Schritt, sich versöhnen ist der zweite; er führt zur Heilung des Schadens. Oft geht das Eingeständnis eigenen Versagens voraus. „Der Tor sieht das Glück nicht, das vor seinen Füssen liegt“, schrieb der griechische Schriftsteller Plutarch, um 45 - 125 n. Chr. Klar-Sehende erkennen das Glück und ergreifen es. Die Versöhnten freuen sich miteinander am neu empfangenen Leben, an der vertieften Freundschaft und an der damit verbundenen Echtheit mitmenschlicher Gemeinschaft. Wahre Grösse zeigt sich als Folge der  Versöhnung von selbst.     
Zitate aus „Anmut und Würde“, Bernhard Funk Verlag, München