Dienstag, 20. August 2019


Gottlose? Heute las ich in unserer Zeitung die Worte von Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Einen Gottlosen habe ich noch nie gesehen. Nur Ruhelose sind mir begegnet.“  
War Dostojewski blind? Oder hat er für die Bezeichnung „Gottlose“ eine spezielle Interpretation gefunden? - Im Islam wird der grösste Teil der Erdbewohner als „Ungläubige“ bezeichnet. Nach der Einteilung des Islam gilt als ungläubig, wer nicht Moslem ist. - Als „gottlos“ bezeichnen sich u.a. Freidenker oder Agnostiker, die von Gott, wie sie meinen, nichts erkennen. Agnosie deutet Der kleine Duden als „krankhafte Störung des Aufnahme-vermögens für Sinneseindrücke.“ Wenn sich jemand von Gott losgesagt hat, heisst das nicht, dass Gott diesen Menschen aufgegeben hat. Die subjektive Sicht ist nicht identisch mit der objektiven Sicht - der Sicht Gottes. Offensichtlich liegt hier Dostojewskis Ansatz: Gott bleibt Gott auch für vermeintlich Gottlose. Tragisch, wenn sie als „Ruhelose“ leben und den Frieden mit Gott und den Mitmenschen entbehren - und es mit Jesus besser haben könnten.

Sonntag, 11. August 2019


„Friedliche“ Street Parade - las ich als Zusammenfassung über den 10. August 2019 in Zürich. So empfanden sicher viele. Aber 78 Teilnehmende aus 21 Ländern (!) wurden verhaftet. Es gab Stichverletzungen, Schläge ins Gesicht, mittelschwere Kopfverletzungen, einem Polizisten wurde das Nasenbein gebrochen, Diebstähle auf der einen Seite und Sicherstellung von Kokain, Marihuana und Ecstasy-Tabletten auf der andern. Die Sanitäter hatten mit 654 Leuten zu tun, 59 Personen wurden ins Spital gebracht, sechsmal Knochenbrüche, Verdacht auf Hals- und Rückenverletzungen und Schädel-Hirntraumas, 58-mal Prellungen und 243-mal Schnittverletzungen. Alkohol und weitere Drogen hinterliessen tragische und anhaltende Spuren. 95 Personen wurden in Ausnüchterungszellen gebracht. „Friedliche“ Feste, „friedliche“ Wochenende, „friedliche“ Mitmenschen - das ist der grosse Wunsch für unsere Welt.

Samstag, 10. August 2019


„Glück gehabt!“ „Glückwünsche und unzählige Blumensträusse - für den Finanzminister.“ Was war der Anlass für die Presse, diese beglückenden Worte zu schreiben? Hatte der  Minister den Städten Schulden erlassen und der Bevölkerung Steuergelder zurückbezahlt? Nein. Er ist nach einer Herz-Kreislauf-Krise aus dem Koma wieder aufgewacht. Das wurde als äusserst positive Meldung registriert und offenbar für beide Seiten: für die Bevölkerung wie auch für ihn selber. Von einem früheren Wirtschafts- und Finanzminister las ich: „Der Herr, d.h. Gott, war mit ihm; und er gab Glück zu allem, was er tat“ (n. Genesis 39,23). Glück - als ein Geschenk, als eine Zuwendung von Gott her. Und das für einen der gerade erst im Gefängnis landete. Eine Frau, die diese Meldung las, schrieb: „Es stimmt, man kann auch hinter Gefängnismauern glücklich leben. Es gab eine Zeit in meinem Leben: alles war verbaut und ich sah kein Licht, dann las ich: Josef lag im Gefängnis, aber der Herr war mit ihm. - Ermutigt konnte ich weiterleben“ (leicht gekürzt). Glück gehabt. Glück gefunden.

Dienstag, 6. August 2019


Waffen in den falschen Händen führen in den U.S.A. pro Tag zu mehr als 100 Toten, pro Tag, mal 365! Das publizierten am letzten Wochenende (3./4. Aug. 2019) viele Info-Kanäle.  Nur schon bei zwei besonders grausamen Anschlägen wurden in Texas und Ohio mehr als 30 Leben ausgelöscht. Dazu kommt die Zahl der Verwundeten, der körperlich und seelisch Verletzten, der Trauernden. Diese Zahl ist noch um einiges höher. Das Leid, das durch Fanatismus und Gewalt entsteht ist unübersehbar. „Waffen sind gefährliche Werkzeuge“ sagte ein Weiser aus Asien. Waffen in Verbindung mit Hass, mit Fremdenhass, mit Rassenhass, mit Neid, Verbitterung und Rachsucht sind nur zu oft tödlich. Die Ursache dieser Katastrophe liegt im Charakter derer die Waffen missbrauchen. Es lohnt sich, mehr für die Bildung des Charakters zu investieren und weniger für die Vermehrung von Waffen. Entwaffnend sagte Jesus - sinngemäss: Liebe deinen Nachbarn, liebe dein Gegenüber und liebe deinen Feind - liebe.

Freitag, 2. August 2019


Fragen nachher. Nach dem Sterben eines geliebten Mitmenschen bleiben verschiedene Fragen nicht aus. Was geschah beim Sterben? Was meint „entschlafen“? Was bedeutet „heimgehen“? Und... ...! Der Atem und die Herztätigkeit setzen aus. Der Körper wird bleich und erkaltet, er kommt zur Ruhe. „Erde zur Erde, Staub zu Staub“ sagt die alte Weisheit. Aber das von Gott gegebene Leben kehrt zurück zum Schöpfer. Das Wesentliche, das Leben, wurde oft eingeschränkt als ‚Seele’ bezeichnet. Von Jesus am Kreuz lesen wir in Lukas 23,46: „Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Hier geht es nicht um etwas Halbes. Die Person als Ganzes begegnet in der Auferstehung dem Herrn über Leben und Tod. Alle werden ernten, was sie gesät haben. Für Glaubende ist es das Heimkehren zu Gott, dem himmlischen Vater, zu Jesus Christus, dem Erlöser. Das ewige Leben beginnt mit einer Verwandlung - schon hier. Paulus schreibt besonders in 1. Korinther 15 und zusammenfassend in 1. Thessalonicher 4,17: „Wir werden allezeit bei dem Herrn sein“ - bei Jesus Christus. Das glaube ich.

Mittwoch, 31. Juli 2019


Das Lebensende kommt für alle mit aller Garantie. Heute am 31. Juli las ich im Kalendarium „das jahr“: „Bitte Gott, unseren Herrn, um Verzeihung wegen deiner Fehler“ *), bitte um Vergebung deiner Sünde, um das, was dich von Gott wegzog und trennte. Und danke für die durch Jesus Christus geschenkte Vergebung. Das Lebensende kommt mit aller Garantie. 
     *) In Wolfgang Weyrauch, das jahr, List Verlag München, Zitat von Ignatius von Loyola

Ich frage mich, ich frage dich, was mir der Tod soll sein: Des Lebens Feind?
Der Krankheit Freund? Des Alters Schreck und Pein?

Doch mir persönlich ganz allein: Was ist und wird er mir?
Ein Gegengott? Ein Schatten nur? Ein Teil des Jetzt und Hier?

Den einen mag als „Thanatos“ *) der Tod ein Herrscher sein,
ein Sensemann, ein Freund des Schlafs. - Ich glaube Gott allein.   
     *) griechisch Gott der Toten

Die Zeit der Götter ist vorbei. Nur einer ist und bleibt:
Der wahre Gott in Jesus Christ, der Heilsgeschichte schreibt.

Er liebt, er sucht und er befreit aus Todesfurcht und Zeit.
Und nie getrennt ist, wer ihn kennt für alle Ewigkeit. 
       Worte aus www.christliche-gebete.ch - bei: Worte zum Mitdenken

Dienstag, 30. Juli 2019


Exit - 3. Teil. Die körperliche Schwachheit nahm zu - begleitet von mentaler Kraftlosigkeit. In Worten hiess das: „Ich mag nicht mehr. Ich möchte einschlafen und nicht mehr erwachen.“ Viele Fragen blieben offen. Und trotzdem wurde das Gottvertrauen gestärkt. Worte der Bibel und Gebete waren wie ein Geländer in der von Schmerzen geprägten letzten Lebensphase. Diese Worte und das persönliche Begleiten führten zur inneren Ruhe und Gelassenheit. Der ursprüngliche Plan, ohne die Anwesenheit von Angehörigen zu sterben, änderte sich in den letzten Tagen zum Wunsch, von den Nächsten begleitet zu werden. Der Sterbetag kam. Zu den letzten Worten gehörte die Gewissheit: ‚Jesus erwartet mich am andern Ufer.’ Ein Text aus „Heilung und Gebet“ sagt im Anschluss an Psalm 139: „Du hältst mich. Du lässt mich nicht fallen und du verlässt mich nicht. Von allen Seiten umgibst du mich. In dir bin ich immer und überall geborgen. - Du hältst deine Hände ausgestreckt, du bist bereit, mich aufs Neue zu umarmen und zu halten.“

Exit - 2. Teil. Warum? und die Gewissheit: Der Frage nach dem ‚Warum durfte ich noch nicht sterben?’ - stand die Gewissheit gegenüber, die nun zum täglichen Abendgebet wurde:
                                                                                                                                                                                 
Ich werde sterben. Ich weiss nicht wann.
Ich weiss nur: Dann zerbricht in Scherben, was brüchig war.

Soll Neues werden, vergeht, was ist. Ich weiss als Christ, dass hier auf Erden
ein Abschied kommt.

Wohin ich gehe, ist mir bekannt. Du hast genannt das Ziel.
Ich sehe: Du wartest schon.

Du wirst verwandeln in neues Sein. Herr, ich bin dein.
Wie du wirst handeln, bleibt ewig gut.

Ich werde leben. Von dir beschenkt, zu dir gelenkt, durch dich vergeben -
bin ich bei dir.     -     Im Glauben und im Vertrauen folgte Teil 3

Sonntag, 28. Juli 2019


Exit. Eine ausserordentliche Begegnung folgte noch. Vor der Türe stand jemand aus dem Bekanntenkreis einer früheren Zeit. Verändert, abgemagert, offensichtlich schwer krank. Arztbesuche, Spitalaufenthalte und Operationen folgten einander wie die Glieder einer Kette. ‚Ich möchte eine Zweitmeinung zum geplanten Exit.’ Mit dieser Frage war ich bisher noch nie konfrontiert. Es folgten intensive Monate, Wochen und Tage mit Gesprächen, E-Mails und Gebeten. Eine grosse Hilfe waren die Worte aus „Heilung und Gebet“. Sie führten zur täglichen Andacht und zur Stärkung im Glauben. Sollte der Versuch einer Linderung der Schmerzen durch eine weitere Operation noch stattfinden? Es geschah. Leider ohne Erfolg. Auch die Hoffnung, während der Operation sterben zu dürfen, erfüllte sich nicht. Der Zustand verschlechterte sich und die Schmerzen liessen nicht nach. Der Engel, der vor dem Fenster gesehen wurde, flog weiter. Warum? - Fortsetzung folgt.

Samstag, 27. Juli 2019



Heilung und Gebet - diese beiden Themen beschäftigen mich seit Jahren. Zu Heilung und Gebet wird vielerlei Hilfe angeboten. Seminare finden statt und spezielle Gottesdienste. Gesunde und Kranke, Junge und Betagte werden mit diesen Themen konfrontiert. Und sie bleiben nicht nur Theorie. Viele erleben Krankheit, Krisen, Burnout und vielseitige Behandlungen hautnah. Auf unterschiedlichen Wegen wird Hilfe und Heilung gesucht. Oft auch mit Gebet und Fürbitte. Eines Tages begann ich zu einzelnen Stichworten Notizen zu machen. Und vor kurzem schien mir die Zeit reif zu sein, diese Notizen zu bearbeiten und unter dem Titel „Heilung und Gebet“ zu veröffentlichen (ISBN: 978-620-2-44280-0). Ich fügte auch einige Gebete hinzu, die einen Bezug haben zu Krankheit, zum Sterben und zur Hoffnung. Jetzt sind die drei Teile auch auf meiner Homepage zu finden: www.christliche-gebete.ch. Ergreifende Echos kamen seither zurück.

Freitag, 26. Juli 2019


Anklage gegen die Eltern erhob ein Inder im 21. Jahrhundert nach Christus, weil sie ihn gezeugt haben (Tages Anzeiger, 26.7.2019). In den knapp 30 Jahren, die er erlebte, sei er nur Schwierigkeiten und Problemen begegnet. Und am Ende folge der Tod. Ein Urteil sei noch nicht gefällt. Seinen Eltern, Anwälten von Beruf, stehe eine spezielle Zeit bevor. Ganz neu sind solche Klagen nicht. Jeremia lebte rund 600 Jahre vor Christus und hinterliess unter anderem die Worte: „Verflucht der Tag, an dem ich geboren! Verflucht der Mann, der meinem Vater die Botschaft brachte: Dir ist ein Knabe geboren. Weil er mich nicht gemordet im Mutterleibe, sodass die Mutter mir zum Grab geworden. Warum nur kam ich aus Mutterschoss, dass ich Mühsal und Herzeleid schaute?“ (aus Jeremia 20,14-18). Leben? Leiden? Warum? Jeremia lernte leben, um geheilt zu werden für ein sinnerfülltes Dasein. So konnte er beten: „O Herr, heile mich, so werde ich heil, hilf mir, so ist mir geholfen; denn du bist meine Hoffnung.“

Donnerstag, 25. Juli 2019

Wünsche? Ich erhielt folgende Zeile: „... danke für baldige Erfüllung aller Wünsche Amen.“ Aber mit dem Amen am Schluss interpretierte ich, dass diese Zeile letztlich an eine höhere Instanz gerichtet war. Wie sollte ich die „Erfüllung aller Wünsche“  bewerkstelligen? Es ist schön, Wünsche zu erfüllen - für andere und für sich selber. Wünsche tendieren auf eine Veränderung der momentanen Situation. Nur, mit den Wünschen ist es so eine Sache. Realität und Utopie liegen bekanntlich weit auseinander. Etwas wünschen ist oft gut gemeint - verbunden mit Begehrlichkeit und Habsucht sieht die Sache jedoch anders aus. Wunschlos glücklich ist kaum jemand. Das Erleben verändert sich grundlegend, wenn an die Stelle persönlicher Wünsche das Danken für Empfangenes kommt und das Teilen. Dankbarkeit gegenüber andern kann überall zu positiven Veränderungen führen. 

Grenzen begrenzen.  Das ist so gewollt, aber Grenzen werden nicht von allen respektiert. Der Zollbeamte gab mir unerwartet das Haltezeichen. Ich hielt an, und er sagte: „Würden Sie meine Frau bis ins nächste Dorf mitnehmen? Sie können dann das nächste Mal etwas über die Grenze bringen.“ Ja, ich nahm sie mit, jedoch ohne von seinem Angebot Gebrauch zu machen und etwas zu schmuggeln.  Grenzüberschreitungen? Was bedeuten Grenzen und Mauern? Sie trennen. China hat schon lange die längste Mauer. Kürzere folgten u.a. in Berlin, in Israel und in Amerika. Und wo nicht Mauern gebaut werden ragen oft Zäune in die Höhe. Abgrenzung und Ausgrenzung ist aktuell. Aber Verbindendes gewinnt an Bedeutung, z.B. Brücken bauen - auch im Alltag.

Wahn-fähig. „Bist  du wahnsinnig geworden?“ fragte ein Teenager seinen Kollegen. Wahnfähig seien wir alle, stellte der Psychiater Achim Haug fest. Die einen mehr, andere weniger. Grössenwahnsinn ist eine bekannte Form - besonders bei führenden Persönlichkeiten. Auch Drogen können Wahnvorstellungen auslösen. Dabei wird ein abgehobener Zustand aktiv gesucht, was aber nicht mit genial und Genie zu verwechseln ist. Wahn wird als nicht korrigierbare, falsche Beurteilung der Wirklichkeit bezeichnet, als ein psychopathologisches Symptom. Wahn kann z.B. mit einer schweren Depression oder mit Schizophrenie verbunden sein. Die Strassensprache steigt tiefer ein und fragt: „Schpinnsch?“ Bist du nicht mehr bei Verstand? - Im Wahn wähnt jemand die Sache sei so richtig, wie sie es sieht. „Sehen Sie die Schlangen unter dem Tisch auf dem Teppich?“ wurde ich gefragt. Nein, ich sah keine. Die wahnbedingte Äusserung bedarf einer behutsamen Reaktion. Ärztliche Hilfe kann zu einer neuen und realistischen Sicht führen.

Kommunikation - richtig: „Verständigung durch die Verwendung von Zeichen und Sprache“ (nach Google,  Wörterbuch). „Communicare“ (lateinisch) bedeutet mitteilen, in Verbindung stehen. Die Kindersprache wird nach der egozentrischen Phase - der Sprache mit sich selbst - zur sozialisierten Sprache im Austausch mit andern. Austausch ist keine Einbahnstrasse, kein Monolog. Kommunikation als Dialog ist bewusst ein Gespräch von zwei oder mehreren Beteiligten. „Me muess halt rede mitenand“, sagt ein Schweizer Sprichwort; d.h. es ist notwendig, miteinander zu sprechen. Reden miteinander meint nicht in erster Linie gleichzeitiges Reden mehrerer, was nur zu oft vorkommt. Kommunikation umfasst die Kunst von abwechselndem Reden und Hören. Zuhören ist ein unerlässlicher Teil einer guten Kommunikation. Das sog. „Massenkommunikationsmittel TV“ verurteilt einseitig zum Sehen und Hören. Dass „kommunizieren“ nicht nur mit reden zu tun hat, zeigt die Einladung zur Teilhabe an der Eucharistie und am Abendmahl der christlichen Gemeinde. Kommunizieren können, dürfen, wollen umfasst ein reiches Geben und Empfangen - auch heute.