Dienstag, 17. Dezember 2019


Das Böse oder der Böse? oder beides? Nachrichten, Tagesschau und eigene Erfahrungen sagen vom Bösen in unserer Welt. Verschiedene Bereiche des Bösen sind schon in den uralten „zehn Geboten“ erwähnt, die Moses brachte. Gebote für das Gute. Verbote gegen das Böse. „Erlöse uns von dem Bösen“, lehrte Jesus beten (Mt. 6,13). Aber was ist damit gemeint? Der Böse? Der Satan? Der Teufel? Oder ist die Zeit solcher Personifizierungen vorbei? Dass „das Böse“ noch weit verbreitet ist, wird kaum jemand bestreiten. Und doch kann „der Böse“ oder „die Böse“ im Osten und im Westen, im Norden und im Süden und ganz in der Nähe gefährlich auftreten. Zu seinem Begleiter Simon Petrus sagte Jesus in einer bedrohlichen Situation: „Hinweg von mir, Satan... du sinnst nicht was göttlich, sondern was menschlich ist“ (Mt. 16,23). Diese Personifi-zierung kann auch in Mt. 6,13 gemeint sein. „Der Böse“ kann der böse Mitmensch sein, der böse Diktator, die böse ... und ich. Sehr konkret. Und „wer meint er stehe, sehe zu, dass er nicht falle“ (1. Kor. 10,12). Der Erlöser darf angesprochen werden. Es ist Gnade, vor bösen Mitmenschen bewahrt oder aus ihrem Einfluss erlöst zu werden. Erlöste sind ein Segen für die Welt.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Heiliger Geist. Auch in der Vorweihnachtsgeschichte wirkt der heilige Geist. In der Ursprache des Neuen Testamentes heisst es in Matthäus 2,20 in Griechisch: ek pneumatos estin hagiu. Lateinisch lesen wir: de Spiritu sancto est und ins Hebräische zurückübersetzt me-ruach ha-kodäsch (Hebr. NT). Die „Philosophie des Geistes“ befasst sich mit „mind“ u.a. im Sinne von
Verstand, Sinn, Meinung und Absicht. G.W.F. Hegel spürte dem „Selbst-bewusstsein Gottes im Menschen“ nach (Felicia Englmann, Philosophie). „Gott ist Geist - pneuma ho theos“ sagt Johannes 4,24. Der heilige Geist ist Gottes Geist, Gottes Gegenwart, Gottes wirkende Kraft - auch durch sein Wort. Die alte Verheissung, die Gott gab, sagt: „Meinen Geist werde ich in euer Inneres legen“ (Ezechiel 36,27, Zürcher Bibel). Diese Veränderung erlebten die Nachfolger von Jesus. Johannes beschreibt diese Verwandlung als eine neue Geburt (Joh. 3), als ein Neustart - durch Gottes Eintritt in unser Wesen und Leben. Heil werden bedeutet geheiligt werden als Person, in der Meinung, in der Absicht, im ganzen Wesen, Tun und Leben. Wie der heilige Geist sich auswirkt beschreiben u.a. Galater 5 und 1.  Korinther 12-14. Kurz zusammengefasst heisst das: „Glaube, der sich durch Liebe wirksam erweist“ (Gal. 5,6). Und Weihnacht? „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab...“ (Johannes 3,16). Weihnacht - das Fest der Liebe!

Mittwoch, 11. Dezember 2019


Geist? Ghost? Ghosting?  Zwischen diesen verschiedenen Bezeichnungen lässt sich ein Zusammenhang vermuten. Doch welcher? Ghost kann mit Geist übersetzt werden, aber auch mit Gespenst oder Schatten. Und da sind wir nahe beim Spuk, bei unheimlichen Begebenheiten. Da heisst es, ein Geist erscheine und verschwinde wieder spurlos. Und „Ghosting“? Ein Wort, das aus dem Englischen in unsere Umgangssprache gekommen ist. Es beschreibt einen Kontaktabbruch, wo jemand unvermittelt weg ist - wie beim Spuk ein „Geist“ verschwindet. Gespenstische Stille. Plötzlich keine Antwort mehr, kein Zeichen, keine Begegnung. Die Autorin Tina Soliman ging diesem Phänomen nach und entdeckte als eine gravierende Ursache die Angst. Angst vor einer Konfrontation. Angst, vor dem Aufdecken des persönlichen  Versagens. Angst, einer Klärung und Begegnung nicht ge-wachsen zu sein. Die Flucht ins Schweigen und ins Verschwinden ist auch bei Datingportalen naheliegend; „klick“  und die oder der andere ist weg. Nicht alle halten einer ehrlichen Auseinandersetzung stand. Sie verschwin-den wie ein Gespenst und hinterlassen bei andern - oft in sadistischer Weise - Beleidigung, Verletzung, Unverständnis, Verlust, Trauer oder sogar Rachegefühle. Besser als Ghosting ist Empathie, ein Einfühlungsvermögen, das Kommunikation möglich macht. NB. „Geist“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht „heiliger Geist“; der heilige Geist ermöglicht gute Kontakte und Beziehungen.

Sonntag, 8. Dezember 2019


Lügen oder Wahrheit? „So lügt die Schweiz“, war der Titel einer Aus-wertung über Wahrheit und Lüge. Lügen sind wie schillernde Seifenblasen. Kleinere. Grössere. Sie schaukeln davon, bleiben irgendwo hängen und zerplatzen. Lügen haben - was für Beine? Sie kommen nicht weit. Die Wahrheit steht der Lüge entgegen. Rund 100'000 Leute besuchten in Lenzburg die Ausstellung „Fake. Die ganze Wahrheit.“ Ist das wahr? Skepsis schleicht herzu. Fake News, Falschmeldungen, Faktenfehler - nicht nur bei Abgaswerten und CO2-Zahlen. Einst sagte die Verkäuferin bei altem Brot: „Es ist ganz frisch aus dem Ofen gekommen.“ Die Frage ist: Wann? Die Welt wäre besser ohne Lügen, meinen die einen. Und die andern: Ohne Notlüge geht es nicht. Als wären Notlügen keine Lügen.
„Das entspannteste Verhältnis zur Lüge haben... Wähler der Grünen...“, lese ich. Da „nimmt man es auch mal locker mit der Wahrheit“, berichtet der Tagesanzeiger. Auch mit der Lüge will ja etwas erreicht werden, nur - auf unehrliche Weise. Wie ist das in der Politik und in den Medien? Bei der Postauto-Rechnung und in den zwischenmenschlichen Beziehungen? „Junge Erwachsene würden gerne weniger lügen, machen aber das Gegenteil...  Wenn man es sich leisten kann, nicht mehr überall lügen zu müssen,“ sei bereits eine höhere Altersstufe erreicht. Und wie ist es dazwischen? „Sie war schon immer dagegen“, hiess es. Wirklich? Der Zeuge hat nur die Wahrheit zu sagen. Fantasie wird an andern Orten geschätzt.

Mittwoch, 4. Dezember 2019


Zweiter Platz. „In meinem Kopf gibt es keinen zweiten Platz“, sagte sie und ergänzte: „Dank dieser Philosophie habe ich meine heutige Position erreicht.“ Und sie zeigte die Faust. Und er meinte: „Ich musste immer der Beste sein.“ Mein einstiger Chef lehrte: „Ich will, dies Wort ist mächtig, spricht’s einer ernst und still; die Sterne reisst’s vom Himmel, dies eine Wort: Ich will.“ Ich. Ich - der erste Platz. Ich - die beste Position. Ich - reisse das Weltall zusammen - mindestens ein kleines. Da fällt auch der montierte Weihnachtsstern. Ich - und dann lang niemand mehr. So selbstverbohrt. So einsam. Und wo ist Raum für den Nächsten? Für die Kinder? Für den Nachbarn? Für... ...? Nichts gegen Beste; die Ich-Betonung macht die Sache so fatal. Uneingeschränkter Egoismus ist der Anfang von Krieg - auch vom Wirtschaftskrieg. Anders ist: zuvorkommend statt überheblich. Und besser ist: gütig und edel auf dem zweiten Platz oder einem der weiteren als arrogant auf dem kurzfristig ersten. Jede und jeder achte die andern höher als sich selbst. Da warten unerwartete Chancen.

Montag, 2. Dezember 2019


Geburtstag. Heute vor 130 Jahren wurde mein Vater geboren. Ohne „von“, ohne Klamauk und ohne grosse Publizität. Der 2. Dezember 1889: kein Sonntag. Nach dem ‚Immerwährenden Kalender’ ein Montag. Der erste Arbeitstag einer neuen Woche. Sechs Geschwister waren in der Sticker-Familie schon da. Mein Vater hat das Licht der Welt in der Adventszeit erblickt, in der Licht-Zeit. Mein Vater gab als Pfarrer der Adventszeit eine besondere Bedeutung: Die vier Adventskerzen vom 1. Advent bis zum 4. Advent markierten und markieren den Weg auf Weihnachten hin. Und dann - auch in der Adventszeit, als wegen des zweiten Weltkriegs Verdunkelung geboten war - wartete auf meinen Vater nach dem tödlichen Unfall der Weg vom Dunkel ins ewige Licht. Advent und Weihnachten - trotz Dunkel - Stationen auf dem Weg ins Licht.

Mittwoch, 6. November 2019


Veränderung - gibt zu denken! Eine Demonstrantin kam mit dem Statement und der Frage: „The climate is changing - why arent we?“ Das Klima verändert sich, warum verändern wir uns nicht? - Das Klima hat sich ja seit Jahrtausenden immer wieder verändert. In den Eiszeiten bedeckten Gletscher grosse Teile der heutigen Schweiz. Animationen zeigen Eisfelder wo heute Bodensee, Basel, Bern und Genf liegen. Die grosse Wärmephase mit dem Mittelland-See präsentiert uns Versteinerungen. Interessant! Und wir? Auch die Menschheit macht Veränderungen mit. Da hilft das unzeit-gemässe Gebet nicht: „Lieber Gott, bitte hilf mir, aber verändere mein Leben möglichst wenig.“ Dem steht  500 Jahre nach der Kirchen-Reformation das lateinische Schlagwort gegenüber: „ecclesia semper reformanda“ - die Kirche bedarf immerwährender Reformation, Veränderung und Erneuerung. Aber nicht nur die Kirche. Und wenn schon ein Gebet zitiert wurde, warum nicht noch eines: „Lieber Gott, mach doch, dass die bösen Menschen gut werden und die guten ein bisschen netter und die Populisten realistischer und alle - menschlicher und herzlicher.“ Oder ist das eine Aufforderung an sich selbst und an andere? Diese Veränderung ist rasch spürbar!

Montag, 7. Oktober 2019


Gesprächsverweigerung geschieht aus Schwäche, um ein Problem möglichst lang ungelöst zu lassen. Der Vorwurf: „Du hast...“ geht oft einer Gesprächsverweigerung voraus. Die  Gesprächsverweigerung ist ein „Bocken“ und damit das Gegenteil einer guten Beziehung. Sie ist vielfach mit einer Parteinahme und einer Schuldzuweisung verbunden. Gesprächs-verweigerung ist ein Versuch, den Realitäten auszuweichen und das Gegenüber zu belasten, zu manipulieren und zu verletzen. Gesprächsver-weigerung - verbunden mit der Bitte, einen „im Frieden zu lassen“ - löst den Konflikt logischerweise nicht, sie ist der Gegenpol von Frieden. Stress ist keine Ausrede nur ein Eingeständnis der Grenzen. Gesprächsverweigerung ist eine extreme Form von Kompromiss-Unfähigkeit. Niemand kann über seinen Schatten springen, aber sich bemühen, die Beziehungsangst zu überwinden, kann der Anfang einer Heilung sein. „Me mues halt rede mitenand“, sagt das Sprichwort - und zuhören können. Geheilte Beziehungen sind ein grosses Plus für alle Beteiligten. Eine Entschuldigung hilft Brücken bauen. Und: „Freunde feiern die Freundschaft...“

Montag, 30. September 2019


Ärger - sich ärgern. Es war ein mutiger Satz, als Basilius aus Kappadokien seinem Freund Gregor von Nazianz schrieb: „... der Umschwung der Verhältnisse hat uns gelehrt, uns über nichts zu ärgern.“ Sich ärgern heisst ja: nicht die andern ärgern uns, nicht ihre Worte, nicht ihre Taten, nicht die Umstände. Wir ärgern uns selber. Wir geben dem Gefühl einer Kränkung oder Verletzung in unserm Denken Raum und blockieren uns  damit. Oft sehen wir die Ursache des Ärgers im Verhalten anderer oder im eigenen Versagen. Negative emotionale und körperliche Auswirkungen können die Folge sein z.B. Verstimmung, Gereiztheit, Verbitterung bis zu Nervosität und Übelkeit. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Ist auf diesem Gebiet noch einiges zu lernen? Oder haben wir gelernt „uns über nichts zu ärgern“?

Montag, 23. September 2019


Wahlen. Für die schweizerischen Nationalratswahlen vom 20. Oktober 2019  kämpfen in meinem Wohnkanton 966 Kandidaten um 35 von den 200 Sitzen. Unter den vielen Parteien propagiert eine gleich „35 verlässliche Persönlichkeiten...“ Beim Ständerat mit seinen 46 Vertretern der Kantone sind die Zahlen kleiner - der Einfluss der einzelnen Personen ist dem entsprechend grösser. Bei den Wahlen geht es um Politik. Der polnische Publizist Andrzej Majewski meinte: „Politik ist eine grossartige Kunst. Sie kann Menschen überzeugen, für das, was gestohlen wurde, zu bezahlen.“ Viele Bewerber bezahlen für die Wahlen ansehnliche Beträge aus der eigenen Tasche, aber sie lassen sich als Gewählte dann auch wieder bezahlen. Ob der Einsatz der Politiker mehr dem Wohl aller zukommt oder eher der Ausrichtung auf die Wiederwahl, ist für die Wählenden ein wesentliches Kriterium. Und - sagt Manfred Rösch: „Ein drohender Ein-kommensverlust macht risikoscheu.“ Mit Risiken ist jedoch alles verbunden, die Wahl der Partei, der Personen - und die Politik. Wahlen - mit Risiken...

Sonntag, 15. September 2019


Angst - oder: „Verwandlung der Angst“? Angst ist das diffuse Gefühl, bedroht zu sein, körperlich oder als Person oder umfassend durch eine Katastrophe. Angst unterscheidet sich von Furcht, die sich auf eine konkrete Bedrohung bezieht. Im uns umgebenden Kosmos können uns viele Ängste befallen. Wir sind oft unter Druck. Wir werden von den Gegebenheiten geradezu gequetscht. Schmerzhaft. Was tun zur „Verwandlung der Angst“? Dass Gletscher in Wasser verwandelt werden, wissen wir. Aber in was wird Angst verwandelt? In „Hoffnung“ sagt der Friedens-Nobelpreisträger Eli Wiesel. Und wie ist das möglich? Aufgrund von Garantien, einige nennen sie Verheissungen. Nun kommt unser persönlicher Beitrag noch hinzu: das Vertrauen in die Garantien. „Seid mutig!“ sagte ein Lehrer. Angst + Garantien + Vertrauen = Hoffnung und Mut, d.h. 1 + 1 + 1 = Hoffnung und Mut. Die Verwandlung führt zum guten Resultat.  

Donnerstag, 12. September 2019


Intelligenz. I.Q. oder K.I.? Intelligenz wird interpretiert als Einsicht, Verstand, geistige Kraft und Geistesbildung, ein verständiges Wesen. Alles wird gemessen. In Wikipedia ist zu lesen: „Der Intelligenzquotient (IQ) ist eine durch einen Intelligenztest ermittelte Kenngrösse zur Bewertung des intellektuellen Leistungsvermögens im Allgemeinen (allgemeine Intelligenz) oder innerhalb eines bestimmten Bereichs... im Vergleich zu einer Referenzgruppe. Er bezieht sich stets auf den jeweiligen Test, denn eine wissenschaftlich anerkannte, eindeutige Definition von Intelligenz existiert nicht.“ In einer Skala mit dem Mittelwert 100 befindet sich die Wahrscheinlichkeitsmasse zwischen 85 und 115. - Als K.I. wird die „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet. Der Vergleich des menschlichen Gehirns - mit seinen „gegen 100 Milliarden Neuronen“ (Stefan Betschon, in Künstliche Intelligenz) zu vergleichen mit Maschinen, Computern, u.s.w. ist schwierig. Haben diese Empathie - mitempfinden? Oder Phantasie? Sie bewältigen Erstaunliches. Die Software setzt ihnen weite Grenzen. S. Betschon sagt: „KI ist eine Ingenieurdisziplin und eine Wissenschaft und ein Diskurs über die Bedingungen des Menschseins.“ Eine „KI-Dreifaltigkeit.“ Und ganz kurz: „Intelligent ist, was intelligent zu sein scheint.“ - Und was ist Weisheit? Diese hatte sich Salomo erbeten.

Mittwoch, 28. August 2019


Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort unserer Zeit. Doch woher kommt dieses Wort? Was wird damit propagiert? Adrian Blum von Finanz und Wirtschaft erklärte heute: „Der Begriff Nach-haltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft und bedeutet ganz simpel: nicht mehr Bäume fällen, als nachwachsen können. Sonst verschwindet der Wald... Es geht nicht nur um den (Ur-)Wald oder den Klimawandel, sondern auch um... weitere planetare Begrenzungen. Und die Kriterien zur Beurteilung sind vielfältig.“ Das zeigt sich beim brennenden Regenwald des Amazonas und beim - noch - geschützten Wald in Alaska. Nachhaltigkeit verändert das Denken und die Welt. Nachhaltig - verkauft sich vorteilhaft. Aber ist überall Nachhaltigkeit drin, wo Nachhaltigkeit versprochen wird? Rasch erweist sich der Verbrauch der vorhandenen Mittel - statt nachhaltig - als Ausbeutung. Dieser Planet Erde ist unsere irdische Heimat. Der Traum von einem Ersatz-Planeten zählt zur Utopie. Demut, Bescheidenheit und Dankbarkeit erweisen sich als guter Weg in die Zukunft.

Sonntag, 25. August 2019


Ubuntu - Ubuntu? Dieses Wort stammt nicht aus unserer Sprache. Auch nicht aus unserer Gesinnung? Ein in der Entwicklungshilfe engagierter Studienfreund aus Amerika sandte mir dieses Wort und die Geschichte dazu: Im südlichen Afrika stellte ein Anthropologe einen Korb voll Früchte unter einen Baum. Dann sagte er zu einer namhaften Gruppe Xhosa-Knaben: „Wer zuerst beim Korb ist hat die Früchte gewonnen.“ Auf sein Zeichen hin rannten alle los, aber sie gaben sich dabei die Hände, damit alle gleichzeitig beim Früchtekorb ankamen. Da fragte der Anthropologe, warum sie als Gruppe spurteten und nicht einer voraus? Die Antwort kam prompt: „Ubuntu! Wie kann einer von uns glücklich sein, wenn die andern enttäuscht und traurig sind?“ Denn Ubuntu bedeutet: „Ich bin, weil wir sind.“ Ich bin ein Teil aller. Wir gehören zusammen. Und wir freuen uns - miteinander. 

Donnerstag, 22. August 2019


Sorgen?  Die neuste Umfrage spricht Klartext. Oben in der Skala steht unser Heimatplanet Erde mit: Klimawandel, Flüchtlinge, Gletscherschmelze und Plastikmüll. Dann folgen Krankenkassenprämien, Familie und Beruf, Altersrente und der Umgang miteinander. Am wenigsten Sorgen, sagt die Liste, bereiten die ganz persönlichen Aspekte. Und doch lese ich in dieser Rubrik: „Ich bin unglücklich, weil mein Leben nicht so toll ist wie das der Leute in meinem Instagram-Feed.“ „Unglücklich“ - macht unter anderem das Vergleichen mit andern. Soeben sandte ich einem Ehepaar, das ich vor 60 Jahren kirchlich traute, herzliche Grüsse. Hatte dieses Paar seit dem 5. September 1959 keine Sorgen? Wo liegt das Geheimnis ihres Glücks? Als Leitwort gab ich ihnen damals den kurzen Satz aus Psalm 23,4 mit - die grosse Gewissheit im Blick auf Gott: „Du bist bei mir.“ Damit waren die Sorgen nicht weggewischt, aber auf eine andere Ebene gebracht. Beziehung mit Gott heisst: Er kann und will aus Sorgen zum Segen führen.