Das Böse oder der Böse? oder beides? Nachrichten, Tagesschau
und eigene Erfahrungen sagen vom Bösen in unserer Welt. Verschiedene Bereiche
des Bösen sind schon in den uralten „zehn Geboten“ erwähnt, die Moses brachte. Gebote für das Gute. Verbote
gegen das Böse. „Erlöse uns von dem Bösen“, lehrte Jesus beten (Mt. 6,13). Aber
was ist damit gemeint? Der Böse? Der Satan? Der Teufel? Oder ist die Zeit solcher
Personifizierungen vorbei? Dass „das Böse“ noch weit verbreitet ist, wird kaum
jemand bestreiten. Und doch kann „der Böse“ oder „die Böse“ im Osten und im
Westen, im Norden und im Süden und ganz in der Nähe gefährlich auftreten. Zu seinem Begleiter Simon
Petrus sagte Jesus in einer bedrohlichen Situation: „Hinweg von mir,
Satan... du sinnst nicht was göttlich, sondern was menschlich ist“ (Mt. 16,23).
Diese Personifi-zierung kann auch in Mt. 6,13 gemeint sein. „Der Böse“ kann der
böse Mitmensch sein, der böse Diktator, die böse ... und ich. Sehr konkret.
Und „wer meint er stehe, sehe zu, dass er nicht falle“ (1. Kor. 10,12). Der Erlöser
darf angesprochen werden. Es ist Gnade, vor bösen Mitmenschen bewahrt oder
aus ihrem Einfluss erlöst zu werden. Erlöste sind ein Segen für die Welt.
Dienstag, 17. Dezember 2019
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Heiliger Geist. Auch in der Vorweihnachtsgeschichte wirkt der
heilige Geist. In der Ursprache des Neuen Testamentes heisst es in Matthäus
2,20 in Griechisch: ek pneumatos estin
hagiu. Lateinisch lesen wir: de Spiritu sancto est und ins Hebräische
zurückübersetzt me-ruach ha-kodäsch (Hebr. NT). Die „Philosophie des Geistes“ befasst sich mit „mind“ u.a. im Sinne
von
Verstand, Sinn, Meinung und Absicht. G.W.F. Hegel spürte dem
„Selbst-bewusstsein Gottes im Menschen“ nach (Felicia Englmann, Philosophie). „Gott
ist Geist - pneuma ho theos“ sagt
Johannes 4,24. Der heilige Geist ist Gottes Geist, Gottes Gegenwart, Gottes wirkende
Kraft - auch durch sein Wort. Die alte Verheissung, die Gott gab, sagt: „Meinen
Geist werde ich in euer Inneres legen“ (Ezechiel 36,27, Zürcher Bibel). Diese
Veränderung erlebten die Nachfolger von Jesus. Johannes beschreibt diese Verwandlung
als eine neue Geburt (Joh. 3), als ein Neustart - durch Gottes Eintritt in
unser Wesen und Leben. Heil werden
bedeutet geheiligt werden als Person, in der Meinung, in der Absicht, im ganzen
Wesen, Tun und Leben. Wie der heilige Geist sich auswirkt beschreiben u.a. Galater
5 und 1. Korinther 12-14. Kurz
zusammengefasst heisst das: „Glaube, der sich durch Liebe wirksam erweist“
(Gal. 5,6). Und Weihnacht? „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab...“ (Johannes 3,16). Weihnacht
- das Fest der Liebe!
Mittwoch, 11. Dezember 2019
Geist? Ghost? Ghosting? Zwischen diesen verschiedenen Bezeichnungen
lässt sich ein Zusammenhang vermuten. Doch welcher? Ghost kann mit Geist übersetzt
werden, aber auch mit Gespenst oder Schatten. Und da sind wir nahe beim Spuk,
bei unheimlichen Begebenheiten. Da heisst es, ein Geist erscheine und verschwinde
wieder spurlos. Und „Ghosting“? Ein Wort, das aus dem Englischen in unsere
Umgangssprache gekommen ist. Es beschreibt einen Kontaktabbruch, wo jemand
unvermittelt weg ist - wie beim Spuk ein „Geist“ verschwindet. Gespenstische
Stille. Plötzlich keine Antwort mehr, kein Zeichen, keine Begegnung. Die
Autorin Tina Soliman ging diesem Phänomen nach und entdeckte als eine gravierende
Ursache die Angst. Angst vor einer Konfrontation. Angst, vor dem Aufdecken des
persönlichen Versagens. Angst, einer
Klärung und Begegnung nicht ge-wachsen zu sein. Die Flucht ins Schweigen und ins
Verschwinden ist auch bei Datingportalen naheliegend; „klick“ und die oder der andere ist weg. Nicht alle
halten einer ehrlichen Auseinandersetzung stand. Sie verschwin-den wie ein
Gespenst und hinterlassen bei andern - oft in sadistischer Weise - Beleidigung,
Verletzung, Unverständnis, Verlust, Trauer oder sogar Rachegefühle. Besser als
Ghosting ist Empathie, ein Einfühlungsvermögen, das Kommunikation möglich macht.
NB. „Geist“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht „heiliger Geist“; der heilige
Geist ermöglicht gute Kontakte und Beziehungen.
Sonntag, 8. Dezember 2019
Lügen oder Wahrheit? „So lügt die Schweiz“, war der Titel einer Aus-wertung über Wahrheit und Lüge. Lügen sind wie schillernde Seifenblasen.
Kleinere. Grössere. Sie schaukeln davon, bleiben irgendwo hängen und
zerplatzen. Lügen haben - was für Beine? Sie kommen nicht weit. Die Wahrheit
steht der Lüge entgegen. Rund 100'000 Leute besuchten in Lenzburg die
Ausstellung „Fake. Die ganze Wahrheit.“ Ist das wahr? Skepsis schleicht herzu. Fake
News, Falschmeldungen, Faktenfehler - nicht nur bei Abgaswerten und CO2-Zahlen.
Einst sagte die Verkäuferin bei altem Brot: „Es ist ganz frisch aus dem Ofen
gekommen.“ Die Frage ist: Wann? Die Welt wäre besser ohne Lügen, meinen die
einen. Und die andern: Ohne Notlüge geht es nicht. Als wären Notlügen keine
Lügen.
„Das entspannteste Verhältnis zur Lüge haben... Wähler der Grünen...“, lese ich. Da „nimmt man es auch mal locker mit der Wahrheit“, berichtet der Tagesanzeiger. Auch mit der Lüge will ja etwas erreicht werden, nur - auf unehrliche Weise. Wie ist das in der Politik und in den Medien? Bei der Postauto-Rechnung und in den zwischenmenschlichen Beziehungen? „Junge Erwachsene würden gerne weniger lügen, machen aber das Gegenteil... Wenn man es sich leisten kann, nicht mehr überall lügen zu müssen,“ sei bereits eine höhere Altersstufe erreicht. Und wie ist es dazwischen? „Sie war schon immer dagegen“, hiess es. Wirklich? Der Zeuge hat nur die Wahrheit zu sagen. Fantasie wird an andern Orten geschätzt.
„Das entspannteste Verhältnis zur Lüge haben... Wähler der Grünen...“, lese ich. Da „nimmt man es auch mal locker mit der Wahrheit“, berichtet der Tagesanzeiger. Auch mit der Lüge will ja etwas erreicht werden, nur - auf unehrliche Weise. Wie ist das in der Politik und in den Medien? Bei der Postauto-Rechnung und in den zwischenmenschlichen Beziehungen? „Junge Erwachsene würden gerne weniger lügen, machen aber das Gegenteil... Wenn man es sich leisten kann, nicht mehr überall lügen zu müssen,“ sei bereits eine höhere Altersstufe erreicht. Und wie ist es dazwischen? „Sie war schon immer dagegen“, hiess es. Wirklich? Der Zeuge hat nur die Wahrheit zu sagen. Fantasie wird an andern Orten geschätzt.
Mittwoch, 4. Dezember 2019
Zweiter Platz. „In meinem Kopf gibt es keinen zweiten Platz“, sagte sie und ergänzte: „Dank dieser Philosophie habe ich meine heutige Position erreicht.“ Und sie zeigte die
Faust. Und er meinte: „Ich musste immer der Beste sein.“ Mein einstiger Chef
lehrte: „Ich will, dies Wort ist mächtig, spricht’s einer ernst und still; die
Sterne reisst’s vom Himmel, dies eine Wort: Ich will.“ Ich. Ich - der erste
Platz. Ich - die beste Position. Ich - reisse das Weltall zusammen - mindestens
ein kleines. Da fällt auch der montierte Weihnachtsstern. Ich - und dann lang
niemand mehr. So selbstverbohrt. So einsam. Und wo ist Raum für den Nächsten?
Für die Kinder? Für den Nachbarn? Für... ...? Nichts gegen Beste; die
Ich-Betonung macht die Sache so fatal. Uneingeschränkter Egoismus ist der
Anfang von Krieg - auch vom Wirtschaftskrieg. Anders ist: zuvorkommend statt
überheblich. Und besser ist: gütig und edel auf dem zweiten Platz oder einem
der weiteren als arrogant auf dem kurzfristig ersten. Jede und jeder achte die andern höher als sich selbst. Da warten unerwartete
Chancen.
Montag, 2. Dezember 2019
Geburtstag. Heute vor 130 Jahren wurde mein Vater geboren. Ohne „von“, ohne Klamauk und ohne
grosse Publizität. Der 2. Dezember 1889: kein Sonntag. Nach dem ‚Immerwährenden
Kalender’ ein Montag. Der erste Arbeitstag einer neuen Woche. Sechs Geschwister
waren in der Sticker-Familie schon da. Mein Vater hat das Licht der Welt in der
Adventszeit erblickt, in der Licht-Zeit. Mein Vater gab als Pfarrer der Adventszeit eine besondere Bedeutung: Die
vier Adventskerzen vom 1. Advent bis zum 4. Advent markierten und markieren den
Weg auf Weihnachten hin. Und dann - auch in der Adventszeit, als wegen des
zweiten Weltkriegs Verdunkelung geboten war - wartete auf meinen Vater nach dem
tödlichen Unfall der Weg vom Dunkel ins ewige Licht. Advent und Weihnachten - trotz
Dunkel - Stationen auf dem Weg ins Licht.
Mittwoch, 6. November 2019
Veränderung - gibt zu denken! Eine Demonstrantin kam mit dem
Statement und der Frage: „The climate is changing - why arent we?“ Das Klima
verändert sich, warum verändern wir uns nicht? - Das Klima hat sich ja seit
Jahrtausenden immer wieder verändert. In den Eiszeiten bedeckten Gletscher
grosse Teile der heutigen Schweiz. Animationen zeigen Eisfelder wo heute
Bodensee, Basel, Bern und Genf liegen. Die grosse Wärmephase mit dem
Mittelland-See präsentiert uns Versteinerungen. Interessant! Und wir? Auch die
Menschheit macht Veränderungen mit. Da hilft das unzeit-gemässe Gebet nicht:
„Lieber Gott, bitte hilf mir, aber verändere mein Leben möglichst wenig.“ Dem steht
500 Jahre nach der Kirchen-Reformation
das lateinische Schlagwort gegenüber: „ecclesia semper reformanda“ - die Kirche
bedarf immerwährender Reformation, Veränderung und Erneuerung. Aber nicht nur
die Kirche. Und wenn schon ein Gebet zitiert wurde, warum nicht noch eines:
„Lieber Gott, mach doch, dass die bösen Menschen gut werden und die guten ein
bisschen netter und die Populisten realistischer und alle - menschlicher und
herzlicher.“ Oder ist das eine Aufforderung an sich selbst und an andere? Diese Veränderung ist rasch spürbar!
Montag, 7. Oktober 2019
Gesprächsverweigerung geschieht aus Schwäche, um ein Problem
möglichst lang ungelöst zu lassen. Der Vorwurf: „Du hast...“ geht oft einer Gesprächsverweigerung
voraus. Die Gesprächsverweigerung ist ein
„Bocken“ und damit das Gegenteil einer guten Beziehung. Sie ist vielfach mit einer
Parteinahme und einer Schuldzuweisung verbunden. Gesprächs-verweigerung ist ein
Versuch, den Realitäten auszuweichen und das Gegenüber zu belasten, zu
manipulieren und zu verletzen. Gesprächsver-weigerung - verbunden mit der
Bitte, einen „im Frieden zu lassen“ - löst den Konflikt logischerweise nicht,
sie ist der Gegenpol von Frieden. Stress ist keine Ausrede nur ein
Eingeständnis der Grenzen. Gesprächsverweigerung ist eine extreme Form von
Kompromiss-Unfähigkeit. Niemand kann über seinen Schatten springen, aber sich
bemühen, die Beziehungsangst zu überwinden, kann der Anfang einer Heilung sein.
„Me mues halt rede mitenand“, sagt das Sprichwort - und zuhören können. Geheilte
Beziehungen sind ein grosses Plus für alle Beteiligten. Eine Entschuldigung hilft
Brücken bauen. Und: „Freunde feiern die Freundschaft...“
Montag, 30. September 2019
Ärger - sich ärgern. Es war ein mutiger Satz, als Basilius aus Kappadokien seinem Freund Gregor von Nazianz schrieb: „... der Umschwung der
Verhältnisse hat uns gelehrt, uns über nichts zu ärgern.“ Sich ärgern
heisst ja: nicht die andern ärgern uns, nicht ihre Worte, nicht ihre Taten,
nicht die Umstände. Wir ärgern uns selber. Wir geben dem Gefühl einer Kränkung
oder Verletzung in unserm Denken Raum und blockieren uns damit. Oft sehen wir die Ursache des Ärgers im
Verhalten anderer oder im eigenen Versagen. Negative emotionale und körperliche
Auswirkungen können die Folge sein z.B. Verstimmung, Gereiztheit, Verbitterung
bis zu Nervosität und Übelkeit. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Ist auf
diesem Gebiet noch einiges zu lernen? Oder haben wir gelernt „uns über nichts
zu ärgern“?
Montag, 23. September 2019
Wahlen. Für die schweizerischen Nationalratswahlen vom 20.
Oktober 2019 kämpfen in meinem
Wohnkanton 966 Kandidaten um 35 von den 200 Sitzen. Unter den vielen Parteien
propagiert eine gleich „35 verlässliche Persönlichkeiten...“ Beim Ständerat mit
seinen 46 Vertretern der Kantone sind die Zahlen kleiner - der Einfluss der
einzelnen Personen ist dem entsprechend grösser. Bei den Wahlen geht es um
Politik. Der polnische Publizist Andrzej Majewski meinte: „Politik ist eine
grossartige Kunst. Sie kann Menschen überzeugen, für das, was gestohlen wurde,
zu bezahlen.“ Viele Bewerber bezahlen für die Wahlen ansehnliche Beträge aus
der eigenen Tasche, aber sie lassen sich als Gewählte dann auch wieder
bezahlen. Ob der Einsatz der Politiker mehr dem Wohl aller zukommt oder eher
der Ausrichtung auf die Wiederwahl, ist für die Wählenden ein wesentliches
Kriterium. Und - sagt Manfred Rösch: „Ein drohender Ein-kommensverlust macht
risikoscheu.“ Mit Risiken ist jedoch alles verbunden, die Wahl der Partei, der
Personen - und die Politik. Wahlen - mit Risiken...
Sonntag, 15. September 2019
Angst - oder: „Verwandlung der Angst“? Angst ist das diffuse
Gefühl, bedroht zu sein, körperlich oder als Person oder umfassend durch eine
Katastrophe. Angst unterscheidet sich von Furcht, die sich auf eine konkrete
Bedrohung bezieht. Im uns umgebenden Kosmos können uns viele Ängste befallen.
Wir sind oft unter Druck. Wir werden von den Gegebenheiten geradezu gequetscht.
Schmerzhaft. Was tun zur „Verwandlung der Angst“? Dass Gletscher in Wasser
verwandelt werden, wissen wir. Aber in was wird Angst verwandelt? In „Hoffnung“
sagt der Friedens-Nobelpreisträger Eli Wiesel. Und wie ist das möglich?
Aufgrund von Garantien, einige nennen sie Verheissungen. Nun kommt unser persönlicher
Beitrag noch hinzu: das Vertrauen in die Garantien. „Seid mutig!“ sagte ein
Lehrer. Angst + Garantien + Vertrauen = Hoffnung und Mut, d.h. 1 + 1 + 1 = Hoffnung
und Mut. Die Verwandlung führt zum guten Resultat.
Donnerstag, 12. September 2019
Intelligenz. I.Q. oder K.I.? Intelligenz wird interpretiert als Einsicht, Verstand, geistige Kraft und Geistesbildung, ein verständiges Wesen.
Alles wird gemessen. In Wikipedia ist zu lesen: „Der Intelligenzquotient (IQ) ist eine durch
einen Intelligenztest ermittelte Kenngrösse zur Bewertung des intellektuellen
Leistungsvermögens im Allgemeinen (allgemeine Intelligenz) oder innerhalb eines
bestimmten Bereichs... im Vergleich zu einer Referenzgruppe. Er
bezieht sich stets auf den jeweiligen Test, denn eine wissenschaftlich
anerkannte, eindeutige Definition von Intelligenz existiert nicht.“ In einer
Skala mit dem Mittelwert 100 befindet sich die Wahrscheinlichkeitsmasse
zwischen 85 und 115. - Als K.I. wird
die „Künstliche Intelligenz“
bezeichnet. Der Vergleich des menschlichen Gehirns - mit seinen „gegen 100
Milliarden Neuronen“ (Stefan Betschon, in Künstliche Intelligenz) zu
vergleichen mit Maschinen, Computern, u.s.w. ist schwierig. Haben diese
Empathie - mitempfinden? Oder Phantasie? Sie bewältigen Erstaunliches. Die
Software setzt ihnen weite Grenzen. S. Betschon sagt: „KI ist eine
Ingenieurdisziplin und eine Wissenschaft und ein Diskurs über die Bedingungen
des Menschseins.“ Eine „KI-Dreifaltigkeit.“ Und ganz kurz: „Intelligent ist,
was intelligent zu sein scheint.“ - Und
was ist Weisheit? Diese hatte sich Salomo erbeten.
Mittwoch, 28. August 2019
Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort unserer Zeit. Doch woher
kommt dieses Wort? Was wird damit propagiert? Adrian Blum von Finanz und
Wirtschaft erklärte heute: „Der Begriff Nach-haltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft
und bedeutet ganz simpel: nicht mehr
Bäume fällen, als nachwachsen können. Sonst verschwindet der Wald... Es
geht nicht nur um den (Ur-)Wald oder den Klimawandel, sondern auch um... weitere
planetare Begrenzungen. Und die Kriterien zur Beurteilung sind vielfältig.“ Das
zeigt sich beim brennenden Regenwald des Amazonas und beim - noch - geschützten
Wald in Alaska. Nachhaltigkeit verändert das Denken und die Welt. Nachhaltig - verkauft sich vorteilhaft. Aber
ist überall Nachhaltigkeit drin, wo Nachhaltigkeit versprochen wird? Rasch
erweist sich der Verbrauch der vorhandenen Mittel - statt nachhaltig - als
Ausbeutung. Dieser Planet Erde ist unsere irdische Heimat. Der Traum von einem
Ersatz-Planeten zählt zur Utopie. Demut, Bescheidenheit und Dankbarkeit erweisen
sich als guter Weg in die Zukunft.
Sonntag, 25. August 2019
Ubuntu - Ubuntu? Dieses
Wort stammt nicht aus unserer Sprache. Auch nicht aus unserer Gesinnung? Ein in
der Entwicklungshilfe engagierter Studienfreund aus Amerika sandte mir dieses
Wort und die Geschichte dazu: Im südlichen Afrika stellte ein Anthropologe
einen Korb voll Früchte unter einen Baum. Dann sagte er zu einer namhaften
Gruppe Xhosa-Knaben: „Wer zuerst beim Korb ist hat die Früchte gewonnen.“ Auf
sein Zeichen hin rannten alle los, aber sie gaben sich dabei die Hände, damit
alle gleichzeitig beim Früchtekorb ankamen. Da fragte der Anthropologe, warum sie
als Gruppe spurteten und nicht einer voraus? Die Antwort kam prompt: „Ubuntu!
Wie kann einer von uns glücklich sein, wenn die andern enttäuscht und traurig
sind?“ Denn Ubuntu bedeutet: „Ich bin,
weil wir sind.“ Ich bin ein Teil aller. Wir gehören zusammen. Und wir
freuen uns - miteinander.
Donnerstag, 22. August 2019
Sorgen? Die neuste
Umfrage spricht Klartext. Oben in der Skala steht unser Heimatplanet Erde mit:
Klimawandel, Flüchtlinge, Gletscherschmelze und Plastikmüll. Dann folgen Krankenkassenprämien,
Familie und Beruf, Altersrente und der Umgang miteinander. Am wenigsten Sorgen,
sagt die Liste, bereiten die ganz persönlichen Aspekte. Und doch lese ich in
dieser Rubrik: „Ich bin unglücklich, weil mein Leben nicht so toll ist wie das
der Leute in meinem Instagram-Feed.“ „Unglücklich“ - macht unter anderem das
Vergleichen mit andern. Soeben sandte ich einem Ehepaar, das ich vor 60 Jahren
kirchlich traute, herzliche Grüsse. Hatte dieses Paar seit dem 5. September
1959 keine Sorgen? Wo liegt das Geheimnis ihres Glücks? Als Leitwort gab ich
ihnen damals den kurzen Satz aus Psalm 23,4 mit - die grosse Gewissheit im
Blick auf Gott: „Du bist bei mir.“ Damit waren die Sorgen nicht weggewischt,
aber auf eine andere Ebene gebracht. Beziehung mit Gott heisst: Er kann und
will aus Sorgen zum Segen führen.
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